Kosten einer Wärmepumpe: Anschaffung, Betrieb und Förderung
Kurzantwort: Eine Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus kostet einschließlich Installation meist 20.000 bis 50.000 €; Erdwärmepumpen liegen wegen Bohrung oder Kollektor am oberen Ende. Die KfW übernimmt 30 bis 80 % von höchstens 28.000 € förderfähigen Kosten (Antrag bis 31.01.2027). Für den Strom nennt der ADAC 750 bis 1.600 € pro Jahr in einem Einfamilienhaus.
Stand: 29.10.2026
Anschaffungskosten: die Spannen
Der ADAC nennt für ein Einfamilienhaus Gesamtkosten einschließlich Installation von meist 20.000 bis 50.000 € (Preise Sommer 2026). Dieselbe Spanne nannte bereits der Verbraucherzentrale Bundesverband. Die Einzelposten laut ADAC:
| Posten | Kosten laut ADAC |
|---|---|
| Gerät Luft-Wasser-Wärmepumpe | 8.000 bis 16.000 € |
| Gerät Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme) | 10.000 bis 18.000 € |
| Gerät Wasser-Wasser-Wärmepumpe (Grundwasser) | 10.000 bis 20.000 € |
| Montage und Material (Leitungen, Pumpen, Speicher usw.) | 7.000 bis 15.000 € |
| Erdsonde (Bohrung) | 8.000 bis 16.000 € |
| Flächenkollektor | 3.000 bis 10.000 € |
| Zusatzarbeiten im Altbau (Heizkörper, hydraulischer Abgleich, Elektrik usw.) | 5.000 bis 20.000 € |
Zusammengerechnet ergibt das für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ohne Zusatzarbeiten etwa 15.000 bis 31.000 €, für eine Erdwärmepumpe mit Sonde etwa 25.000 bis 49.000 €. Im Altbau kommen je nach Zustand die Zusatzarbeiten hinzu.
Kostenspannen sind nur eine Orientierung. Was Ihr Vorhaben kostet, zeigt erst ein Angebot nach einer Besichtigung vor Ort. Holen Sie nach Möglichkeit zwei Angebote ein und achten Sie darauf, dass sie dieselben Leistungen enthalten.
Was im Preis steckt
- Gerät: Wärmepumpe, bei Luft-Wasser-Geräten mit Außeneinheit, dazu meist ein Warmwasserspeicher.
- Wärmequelle: Bei Erdwärme die Bohrung oder Kollektoren, bei Luft-Wasser-Geräten das Fundament für die Außeneinheit.
- Installation: Montage, Anschluss an das Heizsystem, Elektroarbeiten, Inbetriebnahme, hydraulischer Abgleich.
- Umfeld: Demontage und Entsorgung der alten Heizung, gegebenenfalls größere Heizkörper.
Laut KfW sind neben der Anlage auch vorbereitende und wiederherstellende Maßnahmen (Umfeldmaßnahmen) sowie Fachplanung und Baubegleitung durch Energieeffizienz-Experten förderfähig. Eine Optimierung des Verteilungssystems, etwa durch hydraulischen Abgleich, ist Pflicht. Nicht förderfähig sind Finanzierungskosten sowie Kosten für Betrieb und Instandhaltung. Fragen Sie Ihren Fachbetrieb, welche Positionen er in der Bestätigung zum Antrag angibt.
Was nach der Förderung bleibt
Die KfW fördert bei Antrag bis 31.01.2027 höchstens 28.000 € Kosten für die erste Wohneinheit. Für ein Einfamilienhaus mit Gesamtkosten von 35.000 € ergibt sich:
| Fall | Zuschuss | Eigenanteil |
|---|---|---|
| Grundförderung 30 % (zum Beispiel Vermieter) | 8.400 € | 26.600 € |
| Selbstnutzer mit Klimabonus (46 %) | 12.880 € | 22.120 € |
| Selbstnutzer mit Klimabonus und Einkommensbonus, Deckel 70 % | 19.600 € | 15.400 € |
| Selbstnutzer in der untersten Einkommensstufe, Deckel 80 % | 22.400 € | 12.600 € |
Den Eigenanteil können Sie mit dem Ergänzungskredit der KfW (358/359) finanzieren: bis zu 120.000 € je Wohneinheit, für selbst nutzende Eigentümer mit zu versteuerndem Haushaltsjahreseinkommen bis 90.000 € mit zusätzlichem Zinsvorteil. Mehr im Ratgeber Wärmepumpe Förderung.
Betriebskosten: Strom statt Gas oder Öl
Eine Wärmepumpe braucht Strom. Wie viel, hängt vor allem vom Wärmebedarf des Hauses und von der Jahresarbeitszahl (JAZ) ab: Bei einer JAZ von 3 werden aus 1 kWh Strom 3 kWh Wärme.
- Stromverbrauch: Der ADAC nennt 27 bis 42 kWh je m² Wohnfläche und Jahr, bei 120 m² also 3.240 bis 5.040 kWh. Im unsanierten Altbau kann der Verbrauch im ungünstigen Fall doppelt so hoch sein.
- Stromkosten: laut ADAC 750 bis 1.600 € pro Jahr für ein Einfamilienhaus.
- Wärmepumpentarife: Die Verbraucherzentrale NRW hat 23 Anbieter befragt. Tarife mit separatem Zähler (Modul 2 der Netzentgeltreduzierung) kosteten im Durchschnitt 24 ct/kWh einschließlich Netzentgeltreduktion, dazu rund 140 € Grundpreis im Jahr. Tarife ohne separaten Zähler (Modul 1) lagen im Durchschnitt bei 31,5 ct/kWh, zuzüglich eines pauschalen Netzentgeltrabatts.
Eine einfache Rechnung zeigt den Zusammenhang. Annahme: 16.000 kWh Wärmebedarf im Jahr, Wärmepumpentarif 24 ct/kWh. Bei einer JAZ von 3 braucht die Wärmepumpe rund 5.330 kWh Strom, also etwa 1.280 € plus Grundpreis. Bei einer JAZ von 2,5 sind es 6.400 kWh und etwa 1.540 €. Die Effizienz der Anlage wirkt sich also direkt auf die Betriebskosten aus.
Ob die Wärmepumpe im Betrieb günstiger ist als Ihre bisherige Heizung, hängt vom Verhältnis zwischen Strom- und Gas- oder Ölpreis ab. Das Umweltbundesamt nennt als Faustwert, dass eine Wärmepumpe gegenüber Erdgas ab einer Jahresarbeitszahl von etwa 2,5 wirtschaftlich ist, gegenüber Heizöl ab etwa 2,1.
Wartung und Lebensdauer
Laut ADAC sind die Wartungs- und Betriebskosten einer Wärmepumpe günstiger als bei Öl- oder Gasheizungen; einen festen Betrag nennt er nicht. Lassen Sie sich die Kosten eines Wartungsvertrags im Angebot ausweisen. Kosten für Betrieb und Instandhaltung sind laut KfW nicht förderfähig. Der ADAC gibt für die Amortisation mit Förderung meist 7 bis 15 Jahre an, abhängig von Förderung, Effizienz, Wärmebedarf und Strompreis.
Wie Sie die Kosten senken können
- Richtig dimensionieren lassen: Eine raumweise Heizlastberechnung verhindert ein zu großes Gerät, das mehr kostet und häufiger taktet.
- Vorlauftemperatur senken: Je niedriger sie ist, desto höher die Jahresarbeitszahl und desto geringer der Stromverbrauch. Siehe Wärmepumpe im Altbau.
- Förderung vor dem 01.02.2027 beantragen, wenn Sie den Klimabonus erhalten können. Siehe Klimabonus 2027.
- Stromtarif vergleichen: Wärmepumpentarife mit separatem Zähler waren in der Erhebung der Verbraucherzentrale NRW deutlich günstiger als Tarife ohne eigenen Zähler.
Häufige Fragen
Was kostet eine Wärmepumpe mit Einbau?
Für ein Einfamilienhaus meist 20.000 bis 50.000 € einschließlich Installation (ADAC, Preise Sommer 2026). Luft-Wasser-Wärmepumpen liegen eher im unteren, Erdwärmepumpen mit Bohrung eher im oberen Bereich.
Wie viel kostet der Strom für eine Wärmepumpe im Jahr?
Der ADAC nennt 750 bis 1.600 € pro Jahr für ein Einfamilienhaus. Entscheidend sind Wärmebedarf, Jahresarbeitszahl und Stromtarif.
Wie viel zahlt der Staat dazu?
Bei Antrag bis 31.01.2027 zahlt die KfW 30 % Grundförderung, Selbstnutzer können mit Klima- und Einkommensbonus bis 70 % oder 80 % erreichen, jeweils auf höchstens 28.000 € förderfähige Kosten für die erste Wohneinheit. Der höchstmögliche Zuschuss für ein Einfamilienhaus liegt damit bei 22.400 €.
Lohnt sich ein Wärmepumpentarif?
Oft ja. Die Verbraucherzentrale NRW ermittelte für Tarife mit separatem Zähler durchschnittlich 24 ct/kWh plus rund 140 € Grundpreis im Jahr. Rechnen Sie die Kosten für einen zusätzlichen Zähler mit ein.
Sind Heizkörpertausch und Planung förderfähig?
Laut KfW sind vorbereitende und wiederherstellende Maßnahmen (Umfeldmaßnahmen) sowie Fachplanung und Baubegleitung durch Energieeffizienz-Experten im Rahmen der Heizungsförderung mitgefördert. Ob ein bestimmter Posten dazugehört, bestätigt Ihr Fachbetrieb in der Bestätigung zum Antrag.
Quellen
- ADAC: Lohnt sich eine Wärmepumpe? Kosten und Stromverbrauch (21.07.2026)
- Verbraucherzentrale NRW: Stromtarife von Wärmepumpen nicht ausreichend vergleichbar (23.03.2026)
- Verbraucherzentrale Bundesverband: Pressemitteilung „Wärmepumpen im Altbau“ (29.06.2023, PDF)
- Umweltbundesamt: Wärmepumpen – Effizienz und Wirtschaftlichkeit
- KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude (458)
- KfW: Ergänzungskredit Wohngebäude (358/359)
Ihren Eigenanteil abschätzen: Geben Sie im Förderrechner die Kosten aus Ihrem Angebot ein. Er zeigt den möglichen Zuschuss; danach können Sie bis zu zwei Fachbetriebe anfragen.
Weitere Ratgeber: Wärmepumpe Förderung · Klimabonus 2027 · Antrag Schritt für Schritt · Wärmepumpe im Altbau · Steuerbonus oder Zuschuss · Heizungsgesetz 2026 · Alle Ratgeber
Keine Rechts- oder Steuerberatung; maßgeblich sind die Bedingungen von KfW/BAFA zum Zeitpunkt des Antrags.